Diplom-Rechtspfleger/in (FH) | Nds. Arbeitsgerichtsbarkeit
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Diplom-Rechtspfleger/in (FH)

Berufsinformationen:


Diplom-Rechtspflegerin (FH) / Diplom Rechtspfleger (FH)

Dipl.-Rechtspfleger/-innen sind Beamtinnen/Beamte der Laufbahngruppe 2, 1. Einstiegsamt der Fachrichtung Justiz.
Sie sind vornehmlich bei den Gerichten der ordentlichen Gerichtsbarkeit und den Staatsanwaltschaften tätig.

Den Dipl.-Rechtspfleger/-innen sind im Laufe der Zeit durch das Rechtspflegergesetz viele vormals richterliche Aufgaben übertragen worden. Sie sind ein selbständiges Organ der Rechtspflege.

Rechtspfleger/-innen sind bei ihren Entscheidungen nur an Recht und Gesetz gebunden und grundsätzlich sachlich unabhängig. Sie erledigen die ihnen übertragenen Aufgaben frei von Weisungen Dienstvorgesetzter.

Sie können sich grundsätzlich beim Landesarbeitsgericht Niedersachsen für eine Ausbildung zum/zur Dipl. Rechtspfleger/in (FH) bewerben.

Es gilt aktuell:

Die Bewerbungsfrist zur Ausbildung zum/zur Dipl. Rechtspfleger/in (FH) für den Einstellungsjahrgang 2018 endet am 31. Oktober 2017.

Grundsätzliches zum Beruf des Rechtspflegers in der Arbeitsgerichtsbarkeit

Der Rechtspfleger in der Arbeitsgerichtsbarkeit ist Bindeglied zwischen materiellem Arbeitsrecht, also der Anwendung des entsprechenden Rechts und dem Gerichtsmanagement, somit der Organisation der Gerichtsabläufe in der Funktion der Geschäftsleiterin/des Geschäftsleiters.

In Niedersachsen gibt es 15 erstinstanzliche Arbeitsgerichte und als Gericht der 2. Instanz das Landesarbeitsgericht Niedersachsen in Hannover.

Es wird darauf hingewiesen, dass Sie nach absolvierter Ausbildung als Landesbeamter/in in ganz Niedersachsen eingesetzt werden können.

Aufgaben

Im arbeitsgerichtlichen Verfahren sind die Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger insbesondere zuständig für das Prozesskostenhilfeverfahren, das Vergütungs- und Kostenfestsetzungsverfahren sowie das Mahnverfahren (Erlass von Mahn- und Vollstreckungsbescheid). Außerdem zählt die Aufnahme von Klagen und Anträgen des Bürgers in der Rechtsantragstelle zu den wichtigen Aufgaben. Dies insbesondere erfordert fundierte Kenntnisse der gesetzlichen und tariflichen Rechtsgrundlagen. In den ihnen nach dem Rechtspflegergesetz anvertrauten Aufgabenbereichen arbeiten sie weisungsfrei und sachlich unabhängig, das heißt sie sind nur dem Gesetz unterworfen. Um den Aufgaben gerecht zu werden, müssen potentielle Bewerberinnen und Bewerber für den Rechtspflegerberuf neben Selbständigkeit, Entscheidungsfähigkeit und Flexibilität über eine ausgeprägte Kontakt- und Kommunikationskompetenz verfügen.

Zur Gewährleistung eines reibungslosen Ablaufs des gesamten Geschäftsbetriebs sind den Beamtinnen und Beamten des Rechtspflegerdienstes darüber hinaus als Geschäftsleiterinnen und Geschäftsleiter Führungsaufgaben übertragen. Zu deren Wahrnehmung sind sie sachlich wie personell im nichtrichterlichen Dienst weisungsbefugt.

Sie tragen Verantwortung für Personal- und Haushaltsangelegenheiten, Aus- und Fortbildung, Planung, Organisation und Bauangelegenheiten. Durch die Einführung neuer, insbesondere auch betriebswirtschaftlicher Steuerungsinstrumente in der Justizverwaltung tragen sie in dieser Funktion zudem besondere Verantwortung für die Gewährleistung einer modernen, bürgerfreundlichen und leistungsfähigen Justiz. Diese Aufgabenbereiche verlangen ein großes Maß an Entschlusskraft, Leistungsbereitschaft, Eigeninitiative und Bereitschaft sich psychologischen Herausforderungen zu stellen.

Der Einsatz modernen EDV-Technik ist in allen Tätigkeitsbereichen der Rechtspflege selbstverständlich und eröffnet für entsprechend interessierten Beamtinnen und Beamte auch weitere Betätigungsfelder im EDV-Bereich. Die vorgenannten nur beispielhaft aufgeführten Tätigkeiten vermitteln ein anschauliches Bild von der Vielseitigkeit des Berufs des Rechtspflegers gerade in der Arbeitsgerichtsbarkeit.

Laufbahn

Während des Vorbereitungsdienstes sind die Anwärterinnen und Anwärter Beamtinnen und Beamte auf Widerruf. Sie erhalten in dieser Zeit Anwärterbezüge. Verheirateten wird ferner ein Familienzuschlag gezahlt. Die Anwärterbezüge sind zu versteuern, Sozialversicherungsbeiträge sind nicht abzuführen. Eine Krankenversicherung ist notwendig. Soweit eine private Krankenkasse gewünscht wird, braucht man sich bei dieser nur zu 50 % zu versichern, da das Land Niedersachsen bereits für mindestens die Hälfte der anfallenden krankheitsbedingten Aufwendungen in Form einer Beihilfe die Kosten übernimmt.

Nach Ableistung des Vorbereitungsdienstes und bestandener Rechtspflegerprüfung endet das Beamtenverhältnis auf Widerruf. Sofern eine Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe erfolgt, erhalten die Absolventinnen und Absolventen die Amtsbezeichnung „Gerichtsinspektorin" oder „Gerichtsinspektor". Ein Rechtsanspruch auf Übernahme besteht jedoch nicht.

Nach einer Probezeit von in der Regel 3 Jahren folgt die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit. Beförderungen bis zur Gerichtsrätin oder zum Gerichtsrat sind möglich.


Besoldung


Die Höhe der Besoldung richtet sich nach dem Bundesbesoldungsgesetz. Zur Rechtspflegerlaufbahn gehören die Besoldungsgruppen A 9 bis A 13 mit Zulage.


Ausbildung

Die Rechtspflegerausbildung besteht aus einem dreijährigen Fachhochschulstudium. Das Studium umfasst fachwissenschaftliche Studienzeiten von 24 Monaten Dauer, die an der Norddeutschen Hochschule für Rechtspflege in Hildesheim (HR Nord) absolviert werden, und berufspraktische Studienzeiten von 12 Monaten Dauer, die bei Amtsgerichten und Staatsanwaltschaften durchgeführt werden.

Das Studium gliedert sich in fünf Abschnitte:

Der erste Studienabschnitt besteht aus einem 10-monatigen Grundstudium. In Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Übungen, Arbeitsgemeinschaften) werden den Studierenden neben Grundlagen und Methoden der juristischen Arbeitsweise insbesondere die Grundzüge des Zivilrechts und Strafrechts sowie das Zivilprozess- und Strafvollstreckungsrecht vermittelt.

Im Verlauf des Grundstudiums findet eine Zwischenprüfung statt, die aus drei Aufsichtsarbeiten und einer Hausarbeit als studienbegleitende Leistungskontrollen besteht. Die erfolgreiche Absolvierung der Zwischenprüfung ist Voraussetzung für die Fortsetzung des Studiums.

Im zweiten Studienabschnitt (3 Monate), der berufspraktischen Studienzeit I, findet die Ausbildung am Arbeitsplatz in den Bereichen Strafvollstreckung und Zivilprozesssachen bei einer Ausbildungsbehörde (Staatsanwaltschaft bzw. Amtsgericht) statt.

Im dritten Studienabschnitt (Hauptstudium I, 9 Monate) wird in Vorlesungen, Übungen und Arbeitsgemeinschaften das Immobiliarsachenrecht, Erb-, Familien- und Gesellschaftsrecht sowie Zwangsvollstreckungsrecht einschließlich Insolvenzrecht gelehrt und vertieft. Zum Ende des Hauptstudiums I wird das Thema der Diplomarbeit ausgegeben.

Der vierte Studienabschnitt (berufspraktische Studienzeit II, 9 Monate) findet an einem Amtsgericht statt und gibt Gelegenheit, die erarbeiteten Kenntnisse in der Praxis anzuwenden, durch Erfahrungen zu vervollständigen und zu vertiefen.

Daneben dient der Abschnitt der Fertigstellung der Diplomarbeit.

Im abschließenden fünften Studienabschnitt (Hauptstudium II, 5 Monate) werden einzelne Arbeitsfelder nach Wahl der Studierenden vertieft und Grundzüge der Verwaltungstätigkeit und des Gerichtsmanagements gelehrt.

Den Abschluss des Vorbereitungsdienstes bildet die Rechtspflegerprüfung, wobei die schriftlichen Prüfungsleistungen bereits während der Ausbildung zu erbringen sind. Das Studium endet mit der mündlichen Prüfung.

Die Fachhochschule verleiht den Absolventinnen und Absolventen den Diplomgrad „Diplom-Rechtspflegerin (Fachhochschule)" oder „Diplom-Rechtspfleger (Fachhochschule)".

Bild zum Thema Ausbildung in der Justiz
Artikel-Informationen

14.06.2017

Ansprechpartner/in:
Herr Stephan Brauns

Leonhardtst. 15
30175 Hannover
Tel: 0511/89750-790 oder 04921/951-704

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